Hürden bei der Kreditvergabe

Hürden bei der Kreditvergabe

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Eine neue Küche, ein Auto oder die Waschmaschine muss ersetzt werden: Es gibt zahlreiche Anlässe für Ratenkredite. Diese sind günstig wie nie, doch wie leicht bekommt man sie eigentlich?

Oft verlassen Interessenten für einen Ratenkredit die Bank mit einem Gefühl der Enttäuschung: Die in der Werbung angepriesenen Kreditbedingungen sind in ihrem speziellen Fall nicht realisierbar oder an unerwartete Bedingungen geknüpft wie zum Beispiel Restschuldversicherungen. Oft ist das tatsächliche Angebot des Kreditinstituts am Ende teurer als ursprünglich gedacht.

Angebote bonitätsabhängig

Die Bank unterbreite bei einer Beratung bonitätsabhängige Angebote, sagt Marcus Köster, Experte für Kredit und Entschuldung bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Allerdings muss die Bank bei der Werbung davon ausgehen können, dass sie mindestens zwei Drittel der aufgrund der Werbung zustande kommenden Verträge zu dem angegebenen oder einem niedrigeren effektiven Jahreszins abschließen wird.“ Im Umkehrschluss bedeute dies, dass diese Konditionen mindestens zwei Dritteln der Anfragenden auch angeboten werden müssten. „Ob das wirklich immer der Fall ist, ist aber eine andere Frage“, konkretisiert der Experte.

Interessenten können vorab prüfen, wie es um ihre Bonität steht, etwa über eine Schufa-Auskunft. Einmal im Jahr ist dies kostenfrei möglich, ansonsten jederzeit – dann aber gegen eine Gebühr. Besteht der Verdacht, dass es sich bei der Werbung für einen bestimmten Kredit um ein Lockvogelangebot handelt, so könne man dies der Bankenaufsichtsbehörde melden. 

Wer einen Ratenkredit in Anspruch nimmt, hat die Möglichkeit, eine Versicherung über die Begleichung des Restbetrags abzuschließen – etwa für den Fall, dass der Kreditnehmer arbeitslos wird oder während der Laufzeit verstirbt. Dies bedeutet vor allem eine Absicherung für die Bank, für den Kunden verteuert es den Kredit. Hier müsse man genau schauen, was von der Versicherung abgedeckt wird, mahnt Marcus Köster: „Wir sehen, dass diese Versicherungen oft zu teuer sind.“ Auch bei einer Null-Prozent-Finanzierung verstecke sich in den Konditionen manchmal eine teure Restschuldversicherung, so der Experte.

Eine Kündigungssperre sei seit 2010 unzulässig, sagt Marcus Köster. Ein Kredit dürfe demnach jederzeit zurückgezahlt werden.


Hoher Dispo-Rahmen

Ein hoher Dispo-Kreditrahmen bei der Bank könne bei der Kreditvergabe ein Problem sein, skizziert Marcus Köster. Es gebe Geldinstitute, die einen Kredit mit dem Hinweis darauf verwehren, dass man den Dispokredit ausschöpfen und sich dadurch überschulden könne. „Sie nennen das dann ‚verantwortungsvolle Kreditvergabe‘. Damit haben sie nicht unrecht.“ Man solle im Zweifelsfall seinen Dispo-Rahmen absenken, bevor man einen Kredit aufnehmen möchte, so sein Tipp.

Der Informationsstand der einzelnen Bankmitarbeiter könne eine weitere Hürde sein. „Es kann natürlich auch mal vorkommen, dass nicht jeder Mitarbeiter alles weiß, das ist menschlich. Man sollte deswegen immer darauf bestehen, dass man die Europäische Standard-Information ausgehändigt bekommt“, rät Köster. Diese müssen vor der Kreditvergabe ausgegeben werden.

„Ganz wichtig ist es, sich zu informieren und Angebote zu vergleichen, dabei aber nur eine unverbindliche Konditionenanfrage bei der Schufa zu stellen“, so der Experte. Wird direkt eine Kreditanfrage gestellt, der Kredit dann aber nicht in Anspruch genommen, wird die Bonität herabgestuft. „Das passiert nicht, wenn man nur eine unverbindliche Konditionenanfrage stellt.“ Ansonsten rät Marcus Köster, einmal im Jahr bei der Schufa die Bonität und die Einträge auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.