Ausschluss der Europäer aus Ukraine-Verhandlungen „dämlich“

Ischinger nennt Ausschluss der Europäer aus Ukraine-Verhandlungen „dämlich“

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Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC),  bei Maybrit Illner

An der Einbeziehung der Europäer an Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges führt nach Auffassung des Chefs der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, kein Weg vorbei.

Käme es zu einer Friedensvereinbarung, müsse der Frieden auch umgesetzt werden, sagte Wolfgang Ischinger, in der ZDF-Sendung „maybrit illner“. Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz fügte hinzu: „Und dann möchte ich mal sehen, wie von Washington aus der Frieden umgesetzt wird, wenn die nötigen Vorkehrungen hier bei uns, bei den EU-Partnern, die an die Ukraine angrenzen, bei den anderen Nachbarn der Ukraine nicht getroffen werden.“ Die Europäer „draußen vor der Tür sitzen zu lassen, ist schlicht und ergreifend dämlich“, so der Spitzendiplomat mit Blick auf die Haltung der US-Administration. Es sei ein Krieg in Europa, die Europäer auszuklammern, sei unverschämt. Da hätten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und viele andere seit vier Jahren Recht.

Ischinger nannte es unverständlich, warum Europa in dieser Frage nicht mehr Selbstbewusstsein zeige. „Wir sind 450 Millionen. Die Amerikaner sind mal grade 350 Millionen. Wir haben ein riesiges Bruttosozialprodukt“, machte er geltend. Europa könnte „durchaus mit dem Fuß auch mal aufstampfen“, würde es in außen- und sicherheitspolitischen Fragen mit einer Stimme sprechen. Leider tue es das zu selten.

Dies ist ein Ausschnitt aus "Selenskyj bei Maybrit Illner: Verspricht Merz der Ukraine zu viel?" vom 16. April 2026, um 22:15 Uhr im ZDF.