Europäische Außenpolitik bei „Ground Zero“
Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, zu Gast bei Maybrit Illner in der Sendung „Trumps Krieg in Nahost – neuer Stresstest für die Nato?".
Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat vor dem Hintergrund des Iran-Krieges an die Staaten Europas appelliert, wieder eine aktive Rolle in der Weltpolitik zu spielen. Das Projekt einer europäischen Außenpolitik sei „im Grunde im Augenblick bei Ground Zero angekommen“, kritisierte Ischinger am Donnerstag in der ZDF-Sendung „maybrit illner“ und führte aus: „Es ist ein Trümmerfeld, es ist nichts mehr davon übrig.“
Bei Gaza habe Europa „allenfalls eine Zuschauerrolle“ gehabt, bei den Ukraine-Verhandlungen seien die Europäer „im Prinzip draußen“ und im Iran-Konflikt sei ihr fehlender Einfluss noch offenkundiger, begründete Ischinger seine Kritik. „Es wäre wirklich wünschenswert, dass Europa mal ein Lebenszeichen von sich gibt“, forderte er. So könnten die europäischen Staats- und Regierungschefs „mal einen Schritt“ weiterdenken und skizzieren, wie eine Sicherheitsarchitektur für Nahost nach dem Krieg aussehen müsste. Jetzt sei die Stunde europäischer Diplomatie. „Wenn wir jetzt mit Katar reden würden und mit den Saudis und mit allen anderen, die würden sich freuen“, so der frühere Diplomat.
Dies ist ein Ausschnitt der "maybrit illner" Sendung mit dem Thema „Trumps Krieg in Nahost – neuer Stresstest für die Nato?" vom 19. März 2026 im ZDF.