Ganz allein im Südpazifik:Wie Weltumsegler Herrmann Weihnachten feiert
Mitten im Südpazifik, nahe des einsamsten Orts der Erde: Weltumsegler Boris Herrmann verbringt die Weihnachtstage allein an Bord seiner Jacht Malizia.
Bei der Weltumsegelung "Vendee Globe" hat sich der deutsche Skipper Boris Herrmann nach vorne gekämpft. Zum Sechsten und Fünften fehlen nur ein paar Seemeilen.
26.12.2024 | 0:45 minBoris Herrmann hat sich weihnachtlich eingerichtet. Zumindest so weit es geht auf einer Hightech-Jacht, die im Pazifischen Ozean immer wieder von den Wellen durchgeschüttelt wird.
Schnee im Südpazifik zu Weihnachten
Ein Teddy mit roter Zipfelmütze steht auf einer Ablage neben seinem Adventskalender, auch ein paar Zimtsterne hat der 43-Jährige an Bord - und am vierten Advent, "gerade rechtzeitig zu Weihnachten", registrierte er erstmals während der Weltumseglung Vendee Globe Schneeflocken.
"Ich habe noch mehr in petto für Weihnachten. Ansonsten kriege ich etwas Weihnachtsstimmung mit, wenn ich zuhause anrufe", sagte Herrmann, der sich aktuell in den Wellen nahe Point Nemo - dem Punkt auf der Welt, der am weitesten von jedem Festland entfernt ist - weiter an die Konkurrenz vor ihm heranschiebt.
Die wohl härteste Solo-Regetta begann im November in Les Sables-d’Olonne, Frankreich. Mit dabei ist der Deutsche Boris Herrmann, der vor vier Jahren den fünften Platz erreichte.
11.11.2024 | 1:20 minPodium bei der Vendee Globe für Herrmann möglich
Eine Podiumsplatzierung bei dem prestigereichen Einhandrennen um die Welt scheint möglich zu sein. Nach einer enttäuschenden Startphase fokussiert sich Herrmann nach etwas mehr als der Hälfte der Distanz darauf, seine Platzierung weiter zu verbessern.
Zwischen den Kaps der Guten Hoffnung und Leeuwin legte er hinter dem um den Sieg kämpfenden Franzosen Charlie Dalin die zweitschnellste Zeit hin.
Herrmann zwischen Gemütlichkeit und Aufholjagd
Die Adventszeit war also erfolgreich, bisweilen sogar etwas gemütlich. Mal brutzelte sich der Vater einer kleinen Tochter im dunklen Nebel der Südsee Pfannkuchen auf seinem Gaskocher, mal freute er sich über die Zimtsterne, die ihm seine Frau Birte eingepackt hatte.
Immer aber blieb sein Blick auf den Bordinstrumenten der Malizia, die weiter gut in Schuss ist. Herrmann bestreitet sein Rennen wie 2020 mit der Priorität, sein Boot zu beschützen und allzu große Gefahren zu umschiffen.
"Pirouette" der Malizia sorgt für Schreckmoment
Trotzdem erlebte der Deutsche jüngst einen Schreckmoment, als die "Malizia" in der Nacht auf Samstag kurzzeitig kenterte. Solch eine "Pirouette", berichtete Herrmann später, wolle er nicht wieder drehen, "weder heute Abend noch sonst irgendwann im Laufe des Rennens".
"Ich saß in meinem Sitz, als das Boot mit der Nase in eine Welle eintauchte und stark abwärts kippte", beschrieb der 41-Jährige die Situation. Danach gelang es dem fünfmaligen Weltumsegler, das Boot so wieder aufzurichten, dass Mast und Segel von Bruch verschont blieben.
Herrmann seit sechs Wochen allein auf See
Nach sechs Wochen auf See liegt Herrmann 1.300 Seemeilen hinter dem Spitzenduo Yoann Richomme und Charlie Dalin. Die beiden Franzosen sollen an Weihnachten das berüchtigte Kap Hoorn erreichen.
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