Team Germany feiert SailGP-Finale:"Wir sind auf einer aufsteigenden Welle"
XL-Segelkino im Traumrevier von Bermuda: Team Germany hat erstmals in Saison sechs der Segel-Formel 1 ein Finale erreicht. Fahrer Erik Kosegarten-Heil sieht "Aufwind für das Team".
Das Germany SailGP Team hat erstmals in dieser Saison ein Finale erreicht. Im Dreikampf sind Australiens Rekordsieger und Spanien aber zu stark.
10.05.2026 | 5:26 minZum dritten Mal in zweieinhalb Jahren ihrer SailGP-Teamgeschichte hat die deutsche Mannschaft ein Finale erreicht. Nach dem Sieg auf dem Genfer See und Platz drei in Cadiz 2025 gelang Schwarz-Rot-Gold der Sprung in die Top-Drei jetzt im Traumrevier vor Bermuda.
Der GER-Rennstall war bereits optimistisch angereist. Fahrer Erik-Kosegarten Heil und seine Crew hatten in den Wochen zuvor intensiv an ihrer Startschwäche und der Kommunikation an Bord gearbeitet. Die Mühe zeigte an diesem Wochenende im Great Sound von Bermuda Wirkung.
17./18. Januar: Australien, Perth
14./15. Februar: Neuseeland, Auckland
28. Februar/1. März: Australien, Sydney
11./12. April: Brasilien, Rio de Janeiro
9./10. Mai: Bermuda
30./31. Mai: USA, New York
20./21. Juni: Kanada, Halifax
25./26. Juli: Großbritannien, Portsmouth
22./23. August: Deutschland, Sassnitz
5./6. September: Spanien, Valencia
19./20. September: Schweiz, Genf
21./22. November: Vereinigte Arabische Emirate, Dubai
28./29. November: Vereinigte Arabische Emirate, Abu Dhabi
Alle Rennen live und on demand in der ZDF-Mediathek
Mit Nervenstärke zum Erfolg
Über sieben Rennen mit der gesamten Flotte zeigte das Germany SailGP Team by Deutsche Bank zwar erneut einige Startschwächen, doch wusste die Crew sie besser zu kontern. Als eine der besten Aufholmannschaften punktete Team Germany mit hoher Bootsgeschwindigkeit und guter Strategie.
Als es im siebten und letzten Flottenrennen mit allen zwölf Booten um den Einzug ins Finale ging, spielte Fahrer Erik Kosegarten-Heil auch seine bekannte Nervenstärke aus, die ihm schon beim Gewinn zweier olympischer Bronzemedaillen im 49er geholfen hatte.
Erik Kosegarten-Heil zählte 2016 zu den erfolgreichen Olympia-Seglern. Der deutsche SailGP-Fahrer gewann seine erste von zwei Bronzemedaillen in Rio.
09.04.2026 | 1:36 minBlitzstart, Rennsieg, Finale
Im Kampf um den dritten Finalplatz neben den am Bermuda-Wochenende dominanten Teams aus Australien und Spanien stob Team Germany mit einem Blitzstart zum furiosen Rennsieg. "Das war ein unfassbarer Start, der genau gepasst hat - der ausschlaggebende Faktor für den Finaleinzug", sagte der Fahrer.
Auch sein Teamkamerad und ZDF-Co-Kommentator Felix van den Hövel sagte:
Unter Druck cool zu bleiben, ist eine von Eriks größten Stärken.
Felix van den Hövel
Im Finale selbst waren die dreimaligen australischen SailGP-Rekordsieger der Bonds Flying Roos und Spaniens 2024er-Meister Los Gallos dann aber nicht zu knacken.
Das australische Team Bonds Flying Roos hat das Bermuda-Event gewonnen.
Quelle: Mike Lawrence for SailGPSailGP-Aufstieg mit Bermuda-Bronze
"Da hatten wir die falsche Startstrategie", räumte Erik Kosegarten-Heil freimütig ein. Der Freude des 36-jährigen Berliners über die Top-Leistung seiner Mannschaft tat das kaum Abbruch.
Es ist schade, dass wir nicht gewonnen haben, aber das Finale bedeutet Aufwind fürs Team.
Erik Kosegarten-Heil
Es geht aufwärts für den deutschen Rennstall in der Weltliga SailGP: Zu Saisonbeginn noch Neunte, hat sich das Segelteam von Unternehmer Thomas Riedel, dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel und weiteren Investoren inzwischen in die obere Tabellenhälfte vorgearbeitet.
"Wir sind auf einer aufsteigenden Welle. Das spürt man", sagte Kosegarten-Heil, der sein Medizinstudium parallel zu den SailGP-Einsätzen beendet hat und in Strande bei Kiel einen Bauernhof betreibt. Erst 2023 in die Segelrennliga eingestiegen, kann sich sein Team zunehmend besser behaupten.
- Erste Saison: 2019
- Gründer: Russell Coutts (Neuseeland, fünfmaliger America’s-Cup-Gewinner, Olympiasieger); Larry Ellison (USA; Gründer US-Software-Konzern Oracle)
- Format: Jeweils zweitägige Events mit sieben Rennen für alle Teams plus Finale der besten drei
- Teams: 13 aus 13 Nationen
- Rekordsieger: Australien (3 Meisterschaften)
- Titelverteidiger: Großbritannien
- Boote: F50-Katamarane auf Foils (Tragflächen)
- Deutsches Team: Germany SailGP Team
- Fahrer: Erik Heil, Steuermann (plus max. 5 Personen in der Crew)
Hollywood-Star an Bord
Team der Stunde sind die Bonds Flying Roos. Die dreimaligen SailGP-Rekordsieger um Fahrer Tom Slingsby holten vor Bermuda ihren bereits dritten Event-Sieg in dieser Saison. Zuvor hatte Teammitbesitzer Ryan Reynolds im Great Sound ein Training mit den "Fliegenden Kängurus" bestritten.
Der als Titelheld der Marvel-Reihe Deadpool bekannte Schauspieler erlebte an Bord des Highspeed-Katamarans Geschwindigkeiten von fast 90 km/h. Gemeinsam mit Hugh Jackman, einem der Co-Eigentümer, sagte Reynolds: "Das ist eine der irrsinnigsten Sachen, die ich je in meinem Leben gemacht habe. Die Welt muss mehr darüber erfahren."
Dominatoren im Bermuda-Dreieck
Danach stürmten die Grün-Gelben am nördlichsten Zipfel des Bermuda-Dreiecks zum SailGP-Kantersieg. Sie gewannen erst die Fleetraces, dann auch das Finale unangefochten. Damit bauten die Australier ihre Tabellenführung in der Saisonmeisterschaft auf 45 Punkte aus.
Es folgen die Titelverteidiger Emirates GBR (35 Punkte) und Los Gallos (34 Punkte). Team Germany (23 Punkte) startet von Position sechs aus in das sechste SailGP-Event am 30. und 31. Mai in New York.
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