SailGP in Rio: "Fliegende Kängurus" siegen unterm Zuckerhut

SailGP in Rio de Janeiro:"Fliegende Kängurus" siegen unterm Zuckerhut

von Tatjana Pokorny

|

Die SailGP-Premiere in Rio de Janeiro war von vielen Hoffnungen begleitet. Einige sind an diesem Wochenende im Ex-Olympiarevier der Guanabara-Bucht geplatzt. Andere erfüllten sich.

Die australischen Sieger und das schwedische Team Artemis.

Die australischen Sieger und das schwedische Team Artemis.

Quelle: Jonathan Nackstrand/SailGP

Australiens Bonds Flying Roos haben den ersten SailGP-Gipfel in Rio de Janeiro gewonnen. Im Finale verwies das Team um den dreimaligen Rekordsieger Tom Slingsby Spaniens Los Gallos und das schwedische Team Artemis auf die Plätze zwei und drei.

Technische Probleme bremsen Brasiliens Starseglerin aus

Für das Top-Trio erfüllten sich die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Auftritt im Olympiarevier von 2016. Andere litten. So auch Starseglerin Martine Grael. Die im Revier der Rio-SailGP-Premiere großgewordene Doppel-Olympiasiegerin und ihr Team Mubadala Brazil verpassten die ersten beiden Rennen.

Das Telemetrie-System des Teams funktionierte nicht. Dadurch waren weder die Kursbegrenzungen noch die Startbox oder die Start- und Ziellinie zu sehen. Zwei Rennen lang mussten sie zusehen, bis das Problem behoben war. Die Wiedergutmachung von zweimal fünf Punkten half ein wenig. Am Ende blieb dem Heimteam Platz neun.

Teams aus Deutschland, Brasilien und Kanada am zweiten Renntag im Einsatz.

Der zweite Renntag in Rio de Janeiro relive. Kommentatorin: Kristin Recke.

12.04.2026 | 82:59 min

Rio-Packung für die Titelverteidiger

Ein schwarzes Wochenende erwischten die britischen SailGP-Titelverteidiger. Sie verpassten mit defektem Steuerbord-Foil Rennen eins, kamen auch danach nicht in Fahrt. Zur bekannten Güte des Teams passte dieser Auftritt nicht.

Bislang in dieser Saison einmal Sieger und zweimal Zweite, fand sich das Emirates Team GBR nach sieben Rio-Rennen auf dem zwölften und letzten Platz wieder. Besser lief es für Team Germany, das in den launisch-leichten Winden zwischen Zuckerhut und Christusstatue aber auch eine kleine Achterbahnfahrt durchs Klassement erlebte.

Schwarz-Rot-Gold im Endspurt auf Platz sechs

Zur Halbzeit als Vierte noch in Schlagdistanz zu den Top-Drei, kosteten zwei schwache Starts am Sonntag viel Boden. Erst der gelungene Endspurt im siebten und letzten Rennen mit der gesamten Flotte brachte die Wende.

Dem Rennsieg vom Samstag folgte am Sonntag fast ein zweiter für Team Germany. Im Ziel hatte die Zeitnahme zunächst sogar 0.00 Sekunden Differenz im packenden Zweikampf mit den Australiern um den Rennsieg ausgewiesen.

  • Gegründet: 2019
  • Gründer: Russell Coutts (Neuseeland, fünfmaliger America’s-Cup-Gewinner, Olympiasieger); Larry Ellison (USA; Gründer US-Software-Konzern Oracle)
  • Format: 12 zweitägige Events mit sieben Rennen für alle Teams plus Finale der besten drei
  • Teams: 12 aus 12 Nationen
  • Rekordsieger: Australien (3 Meisterschaften)
  • Titelverteidiger: Spanien
  • Saisons bislang: 4
  • Boote: F50-Katamarane auf Foils (Tragflächen)
  • Deutsches Team: Germany SailGP Team
  • Fahrer: Erik Kosegarten-Heil, Steuermann (plus max. 5 Personen in der Crew)


Grün-Gelb dominiert in Rio de Janeiro

Das Unentschieden wurde aber zugunsten der "Fliegenden Kängurus" aufgelöst. Mit drei Rennsiegen dominierten der dreimalige SailGP-Rekordsieger Tom Slingsby und seine Grün-Gelben die Sonntagsrennen bis zum Finale, das sie als Favoriten mit meisterlichem Starttiming und gutem Handling für sich entschieden.

Das Segeln in Rio ist hart und löchrig. Aber ich hatte da draußen viel Spaß.

Tom Slingsby

Die australische Strategin Tash Bryant erklärte die Abstimmung an Bord und das routinierte Handling zu den wichtigen Waffen der Australier am Rio-Wochenende:

Es sind verrückte Rennen hier, aber die Crew segelt das Boot ziemlich gut. Das macht die Sache natürlich leichter.

Tash Bryant

Die australischen Sieger nach dem Finale.

Die australischen Sieger nach dem Finale.

Quelle: Ricardo Pinto/SailGP

Der deutsche Rennstall verpasste den Finaleinzug auf Platz sechs um elf Punkte, beendete die Rio-Premiere aber im Hoch. Erik Kosegarten-Heil hätte seiner vor zehn Jahren im selben Revier gewonnenen ersten von zwei olympischen Bronzemedaillen zwar gerne einen SailGP-Podiumsplatz hinzugefügt, nimmt aber den positiven Abschluss gerne mit zum nächsten Kräftemessen am 9. und 10. Mai vor Bermuda.

Am Finaltag mehr Wind als erwartet

"Der Wind war am zweiten Tag etwas stärker als wir erwartet hatten. Das hat unsere Startstrategie ein bisschen aus den Fugen gebracht. Wir sind zweimal nicht von der Linie weggekommen", räumte der deutsche Fahrer ein.

Weiter sagte Erik Kosegarten-Heil zum letzten Flottenrennen am Sonntag: "Als wir beim dritten Start besser weggekommen sind, hatten wir ein gutes Rennen. Lasst uns also die Starts verantwortlich machen, dann blicken wir den nächsten Rennen freudig entgegen", sagte der Fahrer.

Team Germany rückt vor

In der Rolex SailGP Meisterschaft führt nach dem ersten Saisondrittel Australien (35 Punkte) vor Großbritannien (28 Punkte) und dem US-Team (27 Punkte). Team Germany rückte mit 15 Punkten auf Platz acht vor.

Whatsapp Logo
Quelle: Reuters

Sie wollen über Sport stets auf dem Laufenden bleiben? Dann ist unser sportstudio-WhatsApp-Channel genau das Richtige für Sie. Egal ob morgens zum Kaffee, mittags zum Lunch oder zum Feierabend - erhalten Sie die wichtigsten News direkt auf Ihr Smartphone. Melden Sie sich hier ganz einfach für unseren WhatsApp-Channel an: sportstudio-WhatsApp-Channel.


Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Sendung "SailGP: Der zweite Renntag vor Rio de Janeiro" am 12.04.2026 ab 20:00 Uhr.
Thema

Mehr zum Thema

  1. Segeln: Apex Group Bermuda Sail Grand Prix
    FAQ

    Segelregatta in ZDF-Mediathek:Alles, was Sie über SailGP wissen müssen

    von Kyra Fehr

  2. SailGP

  3. Die SailGP-Teams aus Neuseeland, Australien und Spanien treten vor der Küste San Franciscos gegeneinander an.