Verkehrsminister Schnieder bittet Merz um Entlassung

Bundesverkehrsminister:Schnieder bittet Merz um Entlassung: "Unwürdiger Zustand"

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Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bittet Kanzler Friedrich Merz um seine Entlassung. Das bestätigte sein Ministerium dem ZDF. Er wolle so den "unwürdigen Zustand beenden".

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Verkehrsminister Patrick Schnieder kommt einem Rauswurf durch den Kanzler zuvor und bittet selbst darum, entlassen zu werden.

Quelle: dpa

Verkehrsminister Patrick Schnieder kommt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zuvor und bittet um seine Entlassung. Der CDU-Politiker begründete seine Entscheidung in einer Erklärung an die Deutsche Presse-Agentur (dpa):

Mit diesem Schritt ziehe ich die Konsequenzen aus den Entwicklungen der vergangenen Tage und will zugleich den unwürdigen Zustand beenden, der die notwendige sachliche Arbeit unmöglich macht.

Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister

Für Friedrich Merz verschärfte sich durch den Schritt das Chaos bei seiner Neuaufstellung von Regierung, Partei und Fraktion. Er stand wegen seines Umgangs mit Schnieder bereits massiv in der Kritik.

Bilger soll Nachfolger von Schnieder werden

Am Sonntagabend teilte das Kanzleramt mit, dass Steffen Bilger neuer Bundesverkehrsminister werden soll. Der 47-jährige Schwabe saß von 2009 bis 2018 im Verkehrsausschuss des Parlaments und war anschließend bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium.

Er gilt als jemand, der einem Ministerjob gewachsen und fachlich bestens geeignet ist. Für sein solides Fraktionsmanagement in den ersten 15 Monaten der schwarz-roten Koalition bekommt er viel Lob und Anerkennung aus der Union.

Dunja Hayali und Ursula Münch

Es sei bemerkenswert, dass CSU-Chef Söder Kanzler Merz bei der Kabinettsumbildung "ohne Bemerkung" an die Seite gerückt sei, sagt die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch.

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Merz wegen Umgangs mit Schnieder in der Kritik

Der Bundesvize der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, Christian Bäumler, hatte wegen des Umgangs mit Schnieder von Willkür gesprochen. "Eine Bundesregierung sollte nicht wie ein Feudalkönigreich geführt werden. Diese Vorgehensweise beschädigt das Vertrauen der Menschen in die Demokratie."

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Der 58-jährige Schnieder hatte bereits am Freitagmorgen in einer SMS an Bundestagsabgeordnete angekündigt, dass Merz ihn entlassen werde.

Fast gleichzeitig sagte der designierte Nachfolger Fritz Güntzler, der am Abend vorher Merz schon zugesagt hatte, wieder ab. Der Finanzexperte im Bundestag hatte über Nacht Zweifel an seiner fachlichen Eignung bekommen. Ein beispielloser Vorgang, der zu einer Hängepartie führte, die für den Kanzler und Schnieder drei Tage anhielt - bevor der noch amtierende Minister die Reißleine zog.

Schnieder: Schnell Klarheit "im Interesse des Landes"

In Schnieders Erklärung heißt es, dass nicht nur, aber insbesondere im Bereich der Deutschen Bahn kurzfristig wichtige und weitreichende Entscheidungen anstünden, die keinen Aufschub duldeten. "Im Interesse des Landes und eines handlungsfähigen Ministeriums ist daher eine schnelle und klare Nachfolgelösung zwingend notwendig."

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich werde den Bundeskanzler bitten, dem Bundespräsidenten vorzuschlagen, mich aus dem Amt des Bundesministers für Verkehr zu entlassen.

Mit diesem Schritt ziehe ich die Konsequenzen aus den Entwicklungen der vergangenen Tage und will zugleich den unwürdigen Zustand beenden, der die notwendige sachliche Arbeit unmöglich macht.

Nicht nur, aber insbesondere im Bereich der Deutschen Bahn stehen kurzfristig wichtige und weitreichende Entscheidungen an, die keinen Aufschub dulden. Im Interesse des Landes und eines handlungsfähigen Ministeriums ist daher eine schnelle und klare Nachfolgelösung zwingend notwendig.

Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern meines Hauses sowie den Partnern in Bund, Ländern und Kommunen für die gute Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Schnieder

(Quelle: dpa)



Die Kritik an Merz in der Union hatte sich am Wochenende weiter aufgebaut - auch wenn sich noch niemand aus der ersten oder zweiten Reihe öffentlich äußerte. Aber der frühere Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) schrieb auf der Plattform X, der Umgang mit Schnieder mache ihn betroffen und wütend. Das Vorgehen werde weder Schnieders Person noch seiner Leistung gerecht.

Merz hatte weitere Veränderungen angekündigt

Merz hatte am Freitag gesagt, dass es weitere Veränderungen im Kabinett geben werde, über die er "zu gegebener Zeit" informieren werde. Zuvor hatte er Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) als künftige Kanzleramtschefin, CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als künftigen Gesundheitsminister und Digital-Staatssekretär Philipp Amthor (CDU) als künftigen Bund-Länder-Staatsminister im Kanzleramt vorgestellt.

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Ausgelöst worden war die Personalrochade durch den Rücktritt von Fraktionschef Jens Spahn vor einer Woche. Er war unter Druck geraten, weil er und sein Ehemann sich für eine in Deutschland verbotene Leihmutterschaft in den USA entschieden hatten. Spahns Nachfolger, der bisherige Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU), soll am Mittwoch von der Bundestagsfraktion gewählt werden.

Quelle: dpa, ZDF
Über das Thema berichtete die heute-Sendung am 26.07.2026 ab 19:00 Uhr.

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