Die Opposition im Bundestag nutzt die Generaldebatte auch zu erneuter Kritik an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). "Der Eindruck, dass Sie politische und privatwirtschaftliche Interessen in Ihrem Amt nicht sauber trennen, ist von Ihnen bislang nicht überzeugend ausgeräumt worden", sagt etwa der Grünen-Kulturpolitiker Sven Lehmann. Der Linken-Abgeordnete David Schliesing meint: "Ihr Interessenkonflikt ist nicht gelöst und dieser Skandal nicht vom Tisch." Der AfD-Politiker Götz Frömming erneuert die Forderung, Weimer aus der Bundesregierung zu entlassen.
Lehmann fragt in seiner Rede: "Finden Sie es in Ordnung, dass Bundesminister weiterhin an diesen Veranstaltungen teilnehmen, obwohl ein Minister-Kollege damit direkt oder indirekt verdient? Ich finde das nicht in Ordnung und die Öffentlichkeit auch nicht. Vielmehr entsteht hier der Eindruck eines Schwarzen Filz." Weimer selbst meldet sich in der Debatte nicht zu Wort.
Hintergrund ist Kritik am Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group, eines einst von Weimer und seiner Frau gegründeten Verlags. An der jährlichen Veranstaltung am Tegernsee nehmen regelmäßig auch Bundesminister teil. Berichten zufolge soll der Veranstalter Teilnahmepakete für mehrere Zehntausend Euro anbieten und mit möglichem "Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger" werben.