Krötenwanderung: Worauf Autofahrer achten sollen

Naturschutz:Nabu warnt: Fuß vom Gas für Kröten

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Durch mildere Temperaturen werden Kröten aktiv und machen sich auf den Weg zu ihren Laichplätzen. Der Naturschutzbund bittet um Rücksicht. Worauf Autofahrer jetzt achten sollten.

Schild weist auf die Krötenwanderung hin

Angesichts milderer Temperaturen werden viele Kröten jetzt schon aktiv. Der Nabu bittet um Rücksicht.

Quelle: dpa

Überall wo Kröten, Frösche und andere Amphibien unterwegs sind, sollen Autofahrer in den kommenden Tagen besonders vorsichtig fahren. An entsprechend gekennzeichneten Amphibienwanderstrecken soll man gar auf Tempo 30 heruntergehen, um die Tiere nicht unnötig zu gefährden.

"Steigt die Nachttemperatur mehrere Nächte hintereinander über fünf Grad, kommen die Tiere aus den Winterquartieren und wandern zu ihren Laichgewässern", erklärte Sascha Schleich vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Dort paaren sie sich und legen ihre Eier ab.

Nabu bittet Autofahrer um Rücksicht

Die Tiere seien ab der Dämmerung und bis in die frühen Morgenstunden unterwegs.

Dabei überqueren sie auch Lebensraum zerschneidende Landstraßen, wo leider jedes Jahr Tausende Amphibien geötet werden.

Sascha Schleich vom Naturschutzbund Deutschland

Zwar könne sich aufgrund regional stark schwankender Temperaturen die jährliche Krötenmassenwanderung in manchen Teilen Deutschlands noch etwas verzögern. Die ersten Tiere seien aber bereits gesichtet worden.

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03.10.2024 | 43:54 min

Kröten können schon durch hohe Geschwindigkeit sterben

Rücksichtsvolleres Fahren kann den Angaben des Nabu zufolge viele Leben retten, da die Tiere nicht nur durch das Überfahren sterben, sondern auch, wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. "Große Geschwindigkeit erzeugt einen hohen Luftdruck, dadurch können die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden qualvoll", so Schleich.

Angesichts der aktuellen starken Rückgänge der Amphibien gelte es, weitere Verluste möglichst zu vermeiden. Vorsichtiges Fahren schütze zudem die menschlichen Helferinnen und Helfer, die in der Dämmerung zum Schutz der Tiere im Einsatz seien.

Quelle: KNA, dpa

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