Vermisste Deutsche in Epstein-Files:Von Notz nach ZDF-Recherche: "Dem muss nachgegangen werden"
von Lucas Eiler, Tim Gorbauch und Alina Reissenberger
Der Grünen-Politiker von Notz fordert Aufklärung im Fall einer seit zehn Jahren vermissten Deutschen. ZDF- und "Spiegel"-Recherchen hatten ergeben, dass sie Epstein angeboten wurde.
Konstantin von Notz sieht nach den Recherchen von ZDF und "Spiegel" neue Ermittlungsansätze.
Quelle: ImagoDer Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz erklärt zum Fall der vermissten Michele gegenüber dem ZDF: "Wenn sich zu diesem Fall ein Draht zu Epstein findet, hat man meiner Ansicht nach einen neuen Ermittlungsansatz und dem muss nachgegangen werden." Es gebe schließlich auch in der Diskussion in den USA "den Hinweis zumindest auf schwerste Straftaten."
Die zuständige Polizei behandelt den Vermisstenfall bislang auf Sachbearbeiter-Ebene, über ein Ermittlungsverfahren soll bald durch die Staatsanwaltschaft entschieden werden.
Sie verschwand spurlos. Nach mehr als 10 Jahren taucht ihr Name in den Epstein-Files auf. Was geschah mit der damals 22-jährigen Michele?
10.06.2026 | 28:48 minVon Notz: "Sind Deutsche Opfer von Straftaten geworden?"
"In diesem konkreten Fall scheint das ja ein Ermittlungsansatz zu sein, bei einer Person, die über zehn Jahre einfach vom Erdboden verschwunden ist für die Familie und die Angehörigen", so von Notz.
Und deswegen würde ich sagen, gibt es da schon ein Aufklärungsinteresse: Was bei diesem internationalen Netzwerk hat deutsche Bezüge, sind hier Straftaten passiert mit deutschem Bezug, sind Deutsche Opfer von Straftaten geworden?
Konstantin von Notz, Grünen-Abgeordneter
Mails aus den Akten legen nahe, dass die vermisste Deutsche Michele dem Sexualstraftäter Epstein angeboten wurde. ZDF-Reporter folgen der Spur. Analyse bei ZDFheute live.
10.06.2026 | 14:19 minVermisste Deutsche wurde 2014 Epstein angeboten
Recherchen des ZDF-Dokuformats "Die Spur" und des "Spiegel" hatten ergeben: Eine junge Deutsche, die 2014 von einem Model-Scout offenbar mehrfach Epstein angeboten wurde, wird seit September 2015 vermisst. Die Suche der Polizei nach Michele blieb mehr als zehn Jahre lang ergebnislos.
Nach Recherchen von ZDF und "Spiegel" schickte der mutmaßliche Anwerber im Jahr 2014 Fotos von ihr an Epstein. Zudem bat er wohl um ein Flugticket und schrieb dazu: "Du wirst sie lieben". Ob eine Begegnung mit Epstein zustande kam, geht aus den Akten nicht hervor.
Was die aktuellen Epstein-Untersuchungen für US-Präsident Donald Trump bedeuten, ordnet ZDF-Korrespondentin Heike Slansky ein.
10.06.2026 | 8:47 minDen Recherchen zufolge verließ Michele im September 2015 mit einem Koffer die Wohnung ihrer Mutter. Danach verliert sich ihre Spur. Wohin sie unterwegs war, ist bis heute unklar.
Angehörigen zufolge stand sie ab 2012 in Kontakt mit Daniel Siad, einem Schweden mit algerischen Wurzeln, der für Epstein offenbar als Rekrutierer arbeitete. Siad lebt heute mutmaßlich in Frankreich. Gegen ihn, der in den veröffentlichten Dokumenten mehr als tausend Mal auftaucht, wird dort inzwischen in anderen Fällen wegen des Verdachts auf Menschenhandel und Vergewaltigung ermittelt. Siad bestreitet die Vorwürfe. Auf Anfragen des ZDF und des "Spiegel" reagierte er nicht.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.