Durchbruch im Cold Case:Mordfall Amy Lopez: Polizei nimmt mutmaßlichen Täter fest
Vor 32 Jahren wurde in Koblenz die Leiche von Amy Lopez gefunden. Die amerikanische Touristin war missbraucht und ermordet worden. Jetzt wurde ein 81-Jähriger festgenommen.
Der Mord an der Studentin war über 30 Jahre ein Cold Case. Nun gibt es neue Entwicklungen in dem Fall: Ein 81-jähriger Deutscher wurde festgenommen. Er soll Amy vergewaltigt und getötet haben.
25.02.2026 | 5:07 minDer Fall Amy Lopez liegt über 30 Jahre zurück. Die amerikanische Touristin wurde am 26. September 1994 unterhalb der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz brutal ermordet. Jetzt hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen.
Der mittlerweile 81 Jahre alte Deutsche steht unter dem dringenden Verdacht, die damals 24-Jährige vergewaltigt und getötet zu haben. Zuvor ist ein Haftbefehl gegen den Mann erlassen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft.
Vorwurf: Amy Lopez wurde vergewaltigt und erstochen
In einer Pressekonferenz an diesem Mittwoch teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz mit, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen einschlägig bekannten Mann handelt, der in der Vergangenheit bereits mehrere Freiheitsstrafen verbüßt hat. Im Fall Amy Lopez soll der mutmaßliche Täter aus sexueller Motivation heraus gehandelt haben.
Der Haftbefehl begründet sich darauf, dass es ein Mord aus Heimtücke und zur Befriedigung des Geschlechtstriebes war.
Mario Mannweiler, Leitender Oberstaatsanwalt Koblenz
Die junge Frau sei während der Tat sexuell missbraucht worden, berichtete der Ermittler. Die damals 24-Jährige sei danach im unteren Körperbereich nicht mehr bekleidet gewesen.
Amy Lopez ist vor mehr als 30 Jahren in Koblenz Opfer eines Sexualdeliktes geworden und wurde anschließend umgebracht.
"Der Slip fehlte", so die Staatsanwaltschaft. Es werde davon ausgegangen, dass der Täter diesen mitgenommen habe. Weiter sei das Opfer stranguliert, mit einem Stein gegen den Kopf geschlagen und mit mehreren Messerstichen traktiert worden. Daran sei Amy Lopez schließlich gestorben.
Staatsanwaltschaft sieht "verdichtete Beweislage"
Laut Staatsanwaltschaft stellt sich die jetzige Beweislage als recht verdichtet dar, vor allem auf Grund der modernen DNA-Analyse, die es ermöglicht hat festzustellen, dass die DNA-Spuren, die an Amy Lopez gefunden wurden, mit der DNA des Verdächtigen zusammenpassen.
Ende Januar fand ein Spaziergänger die Leiche eines 14-Jährigen bei Dormagen. Der Jugendliche war an Stichverletzungen gestorben. Die Polizei gab später bekannt, dass ein 12-Jähriger unter Mordverdacht steht.
06.02.2026 | 1:51 minTrotz intensiver Ermittlungen blieb der Fall zunächst ungelöst und wurde später als Cold Case eingestuft. Immer wieder wandte sich die Polizei im Rahmen der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY… ungelöst" im Laufe der Jahre an die Öffentlichkeit.
Neue Ermittlungsmethoden liefern entscheidende Spuren
Nach früheren Angaben der Polizei war die Frau auch Opfer eines Sexualverbrechens gewesen. 2024 teilten die Ermittler mit, dass bei der Überarbeitung des Falls durch moderne Methoden männliche DNA-Spuren an Asservaten gefunden worden seien.
Im September 2023 wurde die 14-jährige Marie Sophie aus Bad Emstal ermordet. Nach der Revision eines vorherigen Urteils wurde das Strafmaß des 23-jährigen Täters deutlich verschärft.
23.01.2026 | 3:31 minIm September 2025 hatten die Ermittler Fotos von Gegenständen veröffentlicht, die der Täter an sich genommen haben könnte. Ermittlungen hätten ein Täterprofil ergeben, hieß es damals. Demnach sei der Mann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Einzeltäter zwischen 18 und 35 Jahren, ohne persönlichen Bezug zum Opfer, aber mit Vorerkenntnissen in Gewalt- oder Sexualdelikten. Nach dem neuesten Stand der Ermittlungen könnte jetzt eine eindeutige Tataufklärung erfolgen.
Ermittler sammeln noch weitere Indizien
Auch wenn die bisherigen Spuren den mutmaßlichen Täter schwer belasten, werden immer noch weitere Indizien zusammengetragen. Der Fall gilt demnach als noch nicht abgeschlossen.
Es handelt sich um ein Ermittlungsverfahren und bis zur endgültigen Verurteilung des Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Mario Mannweiler, Leitender Oberstaatsanwalt Koblenz
Der Verdächtige sitzt derzeit in Untersuchungshaft und gilt als geistig gut orientiert, so die Staatsanwaltschaft weiter. Er habe die Tat bei seiner Festnahme nicht spontan bestritten. Er habe sich überhaupt nicht erklärt. Ihm wurde ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt.
Mit Material von dpa.
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