Janosch gestorben: Tigerenten-Erfinder wurde 95 Jahre alt

Im Alter von 95 Jahren:Schriftsteller und Künstler Janosch gestorben

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Er schuf Werke wie "Oh wie schön ist Panama" und war der Erfinder der "Tigerente": Nun ist der Schriftsteller und Illustrator Janosch im Alter von 95 Jahren gestorben.

Das Bild zeigt Künstler Janosch

Der Künstler und Autor Janosch ist mit 95 Jahren auf Teneriffa gestorben. Mit Figuren wie der beliebten Tigerente begeisterte er seit den 1970er Jahren Kinder wie auch Erwachsene.

04.11.2026 | 3:06 min

Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Das bestätigte auch die Janosch Film und Medien AG gegenüber ZDFheute. Mit liebevoll illustrierten Büchern wie "Oh wie schön ist Panama" begeisterte der Künstler seit den 1970er Jahren Kinder in aller Welt. Seine Werke wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, ihre Gesamtauflage geht in die Millionen.

Tiger, Bär und Tigerente als Markenzeichen

Der Durchbruch gelang Janosch 1978 mit dem Kinderbuch "Oh wie schön ist Panama". Tiger, Bär und Tigerente wurden damit zu Stars und zierten bald Produkte wie Schnuller, Socken, Brotzeitboxen oder Fahrräder. Sie verkauften sich bestens und befeuerten den Absatz der Bücher.

Tigerente von Janosch

Tigerente von Janosch

Quelle: IMAGO / dts Nachrichtenagentur

Die niedlichen Figuren hätten von Anfang an das Potenzial gehabt, Maskottchen zu werden, und seien auch geschickt vermarktet worden, sagte die Bibliothekarin Christiane Raabe mal. "Der Erfolg seiner Panama-Bücher ist ohne die damit verbundene Merchandisingmaschinerie nicht denkbar."

Nach dem fulminanten Erfolg seiner Bücher zog sich Janosch in den 1980er Jahren auf die spanische Kanareninsel Teneriffa zurück.

Janosch zeigte Skurriles und Liebenswertes

Doch Janoschs Erfolg lässt sich nicht nur mit einer geschickten Vermarktung erklären. Die Sprache seiner Kindergeschichten ist kräftig. Seine fantasievollen Illustrationen und Geschichten sind skurrile Charakterstudien, die das Verschrobene und gleichzeitig Liebenswerte der Figuren aufzeigen.

Die Welt von Tiger und Bär ist zudem fröhlich, friedlich und zugleich durchzogen von leiser Wehmut. Das Paradies liegt da in Panama, duftet nach Bananen - und die Freunde wollen es finden. Am Ende ihrer Reise stellen sie fest, dass das Glück stets in ihrem Häuschen am Fluss war. "Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst", kommentierte der Autor mal.

Kindheit von Janosch durch Sucht seines Vaters überschattet

Im Kontrast dazu stehen die Werke für Erwachsene, die Einblicke in die harte Kindheit des Autors geben, der 1931 im oberschlesischen Zabrze im heutigen Polen geboren wurde. In "Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm" schildert er den Alltag in der grauen Bergarbeitersiedlung, schonungslos, aber auch wehmütig.

Der Vater soff bis zum Exzess, verstieg sich im Größenwahn und projizierte aberwitzige Träume auf seinen Sohn. Und er tobte, wenn dieser die Hoffnungen nicht erfüllte. Auch die Mutter ließ ihren Frust an dem kleinen Horst aus und prügelte ihn - oder putzte ihn so fein heraus, dass er zum Gespött der Schule wurde. Eine überaus strenge katholische Erziehung schürte Ängste vor Sünde und Fegefeuer, dazu später die "Quälerei" in der Hitlerjugend.

"Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person", sagte Janosch mal der "Süddeutschen Zeitung". Janoschs Kinderbücher sind ein Gegenentwurf zur eigenen Vergangenheit, die der Künstler später zu verdrängen suchte, indem er sich mit Alkohol betäubte.

Janosch fand privates Glück auf Teneriffa

Sein eigenes Paradies schuf Janosch auf Papier. Bunt und naiv, mit skurrilen Wesen, die füreinander einstehen und sich gegen Unrecht und Obrigkeiten wehren.

Sein privates Paradies fand Janosch vor Jahrzehnten auf Teneriffa, wo er mit seiner Frau Ines lebte. Sein Lieblingsplatz: "Immer Hängematte", vertraute er seiner Biografin an.

Quelle: dpa, ZDF
Über dieses Thema berichtet in Kürze heute Xpress.

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