Ausstellungen "Körperwelten":Leichenpräparator Gunther von Hagens gestorben
Gunther von Hagens ist mit 81 Jahren gestorben. Mit seinen Körperwelten-Ausstellungen machte er die Plastination von Leichen weltweit bekannt - und löste heftige Debatten aus.
Gunther von Hagens ist mit 81 Jahren gestorben - nach langer Parkinson-Erkrankung. Bekannt wurde er durch seine Techniken, Leichen zu konservieren. In den "Körperwelten" werden sie ausgestellt.
27.07.2026 | 0:28 minDer Leichenpräparator Gunther von Hagens ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
Von Hagens litt schon viele Jahre an einer Parkinson-Erkrankung. Der Mediziner entwickelte in den 1970er Jahren in Heidelberg eine Konservierungstechnik von Leichen zu anatomischen Präparaten, die weltweit durch seine Körperwelten-Ausstellungen bekannt wurde.
Von Hagens wurde 1945 bei Posen (Poznan) im heutigen Polen als Gunther Liebchen geboren. Später nahm er den Namen seiner ersten Ehefrau an. Er begann 1965 in Jena Medizin zu studieren, geriet dann in politische Gefangenschaft der DDR und wurde von der Bundesrepublik freigekauft. An der Universität Heidelberg promovierte er.
Archivfoto des Medinziners und Erfinders der Plastination, Gunther von Hagens.
Quelle: ImagoKritiker warfen ihm Verletzung der Menschenwürde vor
Seit den 1970er Jahren widmete er sich dann der Plastination und gründete dafür in den 1990er Jahren ein privates Unternehmen, das Institut für Plastination. Seine Plastinate zeigte er auch in Ausstellungen - Kritiker des Leichenpräparators sehen darin die Menschenwürde verletzt.
2006 gründete von Hagens im brandenburgischen Guben die Gubener Plastinate GmbH, Geschäftsführer ist sein Sohn Rurik von Hagens. In der Werkstatt werden die Präparate, die von Körperspendern stammen, aber auch Tierplastinate hergestellt. In einer gläsernen Werkstatt können Besucher den Herstellungsprozess mitverfolgen.
Plastinator Dr. Gunther von Hagens posiert in der Ausstellung "Körperwelten". (Archiv)
Quelle: ImagoIn Berlin öffnete 2015 ein Museum mit Plastinaten am Alexanderplatz. Der Bezirk Mitte wollte das von Beginn an verhindern mit der Argumentation, dass die ausgestellten Körper auch nach dem Konservierungsverfahren Leichen seien und deshalb bestattet werden müssten. Nach Gerichtsurteilen passte das Museum dann seine Schau an.
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