Was wir wissen und was nicht:Flydubai-Copilot griff mit Axt an - und galt wohl als Risiko
Immer mehr Details zu dem Angriff auf den Piloten eines Flydubai-Fliegers werden bekannt. Im Fokus: Der Copilot und seine Vorgeschichte. Was wir wissen - und was nicht.
Gewaltsamer Vorfall im Cockpit eines Flydubai-Flugs nach Tel Aviv: Israels Regierung vermutet einen versuchten Terroranschlag. ZDFheute live ordnet ein, was über den Vorfall bekannt ist.
01.10.2026 | 23:36 minNach dem Angriff eines Copiloten auf den Kapitän einer Flydubai-Maschine gibt es erste Ermittlungsergebnisse. Auch US-Medien berichten über neue Einzelheiten. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Handelte es sich um einen versuchten Terroranschlag?
Der Copilot der Flydubai-Maschine hat nach Angaben der emiratischen Behörden einen "Terrorakt" geplant. Der aus dem Oman stammende Mann habe den Piloten am Mittwoch auf dem Flug von Dubai nach Israel mit der Notaxt im Cockpit angegriffen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Samstag die Generalstaatsanwaltschaft.
Angaben zum Motiv des mutmaßlichen Täters machte der Generalstaatsanwalt nicht. Der Copilot befindet sich laut den Angaben weiter in den Vereinigten Arabischen Emiraten in Gewahrsam. Die israelische Regierung geht bereits vom Versuch eines dschihadistischen Terroranschlags aus - und auch ein hochrangiger Regierungsvertreter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sprach im Zusammenhang mit der Gewalttat jüngst von Terrorismus.
Luftfahrt-Journalist Andreas Spaeth ordnet die Spekulationen und Fragen, die zum Vorfall des Flydubai-Flugs existieren, ein.
01.10.2026 | 13:05 minWas ist über den Copiloten bekannt?
Der Copilot stammt nach Angaben von Regierungsvertretern aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, habe aber eine omanische Staatsbürgerschaft. Die Mutter des Angreifers sei Syrerin. Die omanische Staatsbürgerschaft habe er wegen seines Vaters erhalten, der selbst einen omanischen Pass habe.
Der Mann soll US-Medien zufolge wegen Sicherheitsbedenken bereits aus seinem früheren Job bei einer Fluggesellschaft im Oman entlassen worden sein. ABC News berichtet gestützt auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, dass er von Oman Air suspendiert worden sei, nachdem er als Sicherheitsrisiko eingestuft worden sei.
Nach Informationen des US-Senders waren bei dem mutmaßlichen Angreifer extremistisches Material festgestellt worden, als er 2024 als Copilot-Auszubildender bei der Fluggesellschaft beschäftigt war. Er durfte demnach aber weiterhin in einer Verwaltungsfunktion dort arbeiten. CNN liegen ähnliche Informationen vor.
"Es gibt Verwunderung in Israel", sagt Reichart über den Einsatz des omanischen Piloten auf dem Flug nach Tel Aviv. Die politische Deutung des Vorfalls habe längst begonnen.
01.10.2026 | 7:57 minDas "Wall Street Journal" schreibt unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass der Mann von Oman zu einem früheren Zeitpunkt mit einem Flugverbot belegt worden sei. Grund dafür sei die Befürchtung gewesen, dass er radikale ideologische Ansichten habe. ABC News zufolge versuchen Ermittler aktuell herauszufinden, wie es ihm anschließend dennoch gestattet worden sei, für Flydubai zu fliegen.
Inzwischen wurde der Copilot in die Emirate gebracht und soll mit den Ermittlungsbehörden kooperieren. Er habe angedeutet, dass er die Absicht gehabt habe, das Flydubai-Flugzeug in Israel zum Absturz zu bringen, zitiert der Sender Quellen, die über die Ermittlungen informiert sind.
Was geschah auf dem Flydubai-Flug?
Der Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai war am Mittwoch mit 180 Menschen an Bord auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es zu einer Auseinandersetzung im Cockpit kam. Der Co-Pilot aus Oman hat nach Angaben israelischer Behörden den indischen Flugkapitän mit einem scharfen Gegenstand angegriffen und das Flugzeug in weniger als 30 Sekunden mehr als 4.000 Meter in die Tiefe stürzen lassen.
Laut Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe der Flugkapitän trotz schwerer Stichverletzungen Widerstand geleistet, die Cockpittür geöffnet und es Passagieren ermöglicht, den Angreifer zu überwältigen. Augenzeugen zufolge drangen dafür mehrere Passagiere aus den vorderen Sitzreihen in das Cockpit ein.
Nach einem gewaltsamen Vorfall im Cockpit eines Flydubai-Flugs auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv geht die israelische Regierung von einem versuchten Terroranschlag aus.
30.09.2026 | 2:46 minDie Maschine konnte auf dem Flughafen in Tabuk in Saudi-Arabien sicher notlanden. Die Fluggesellschaft Flydubai teilte mit, die Maschine sei von Besatzungsmitgliedern unter Kontrolle gebracht worden, "die das Flugzeug umleiteten und sicher zur Landung brachten".
Es handelt sich dabei um eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste. "Es ist im Moment, Stand jetzt, ein ziemliches Wunder, dass das Flugzeug überhaupt in einem Stück am Boden noch sicher landen konnte", meint Luftfahrtexperte Andreas Spaeth im Gespräch mit ZDFheute live.
Wie geht es dem angegriffenen Piloten?
Der angegriffene indische Flugkapitän Smit Machchhar konnte nach der Attacke in einen stabilen Zustand gebracht werden. Nach israelischen Medienberichten hatte ein israelischer Zahnarzt noch im Cockpit Erste Hilfe geleistet und die schwere Blutung bei dem Flugkapitän gestoppt.
Schwer verletzt öffnete Flydubai-Pilot Smit Machchhar die Cockpittür, damit Passagiere seinen Copiloten überwältigen konnten. Indiens Premier Modi feiert ihn nun als Helden.
02.10.2026 | 1:20 minAm Freitag schilderte der Pilot erstmals die dramatischen Minuten im Cockpit. "Ich habe versucht, mein eigenes Leben zu retten, aber ich wusste, dass ich all diese Menschen nicht sterben lassen konnte", sagte der Pilot.
Über weitere Verletzungen von Personen, die sich in der Maschine befanden, ist bisher nichts bekannt.
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