369 Euro Bußgeld und Fahrverbot:Feuerwehrmann im Einsatz geblitzt - Gericht kassiert Strafe
von Caroline Hermann
Bei einem Feuerwehreinsatz kassierte der Fahrer in einer 30er-Zone einen Bußgeldbescheid in Höhe von 369 Euro und ein Fahrverbot. Der Feuerwehrmann zog vor Gericht. Nun das Urteil.
Ein Feuerwehrmann aus Sachsen wehrt sich gegen ein Bußgeld wegen einer Tempoüberschreitung auf einer Einsatzfahrt. Der Fall sorgte für Austritte bei der Feuerwehr.
09.06.2026 | 3:11 minEin Feuerwehrmann aus Taucha bei Leipzig hat sich erfolgreich gegen einen Bußgeldbescheid wegen Tempoüberschreitung während einer Einsatzfahrt gewehrt.
Das Amtsgericht Eilenburg erklärte die Tempo‑30-Anordnung für unrechtmäßig. Zudem habe der 55‑Jährige die Sonderrechte für Einsatzfahrzeuge zu Recht genutzt, so der Richter.
Mit Drehleiter, Blaulicht und Martinshorn im Einsatz geblitzt
Der Mann war im Mai 2025 ausgerückt, nachdem die Brandmeldeanlage einer Grundschule ausgelöst hatte. Mit Drehleiter, Blaulicht und Martinshorn wurde er an einer Baustelle mit 69 km/h geblitzt – vorgegeben waren 30.
Die Stadt verhängte daraufhin ein Bußgeld in Höhe von 369 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot. Gegen den Bußgeldbescheid hatte der Feuerwehrmann Widerspruch eingelegt.
Konkrete Vorgaben, wie schnell Einsatzkräfte unterwegs sein dürfen, gibt es nicht. Laut Paragraf 35 der Straßenverkehrsordnung sind Feuerwehr, Polizei oder auch die Bundeswehr von den Vorschriften befreit, soweit das zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend geboten ist.
Das bedeutet, wenn höchste Eile geboten ist, etwa um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden. Die Sonderrechte dürfen nur unter Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgeübt werden.
Im konkreten Fall habe es sich um eine Einbahnstraße gehandelt, die gut einsehbar gewesen sei und die Fuß- und Radwege seien umgeleitet gewesen, erklärte der zuständige Richter. Er gab dem Widerspruch des Feuerwehrmanns recht, auch weil der 55-Jährige eine sehr große Fahrerfahrung habe. Die Entscheidung des Gerichts ist noch nicht rechtskräftig.
Taucha bei Leipzig: ein Feuerwehrmann wird auf dem Weg zum Einsatz geblitzt, erhält Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot. Als Konsequenz tritt er aus der Freiwilligen Feuerwehr aus.
16.03.2026 | 2:56 minFreiwillige Feuerwehr: Kameraden beendeten Dienst
Am Einsatzort stellte sich die Lage als glimpflich heraus: In dem noch im Bau befindlichen Schulgebäude brannte lediglich eine defekte Klimaanlage.
Der Fall hatte für erhebliches Aufsehen gesorgt, weil der Betroffene nach 34 Jahren aus der Freiwilligen Feuerwehr ausgetreten war. Zudem hatten sich einige Kameraden angeschlossen und ebenfalls den Dienst beendet.
Mit Material von dpa.
Weitere Themen
Nachrichten | heute journal:Anschlag auf kritische Infrastruktur?
von M. Schwarz / N. Diekman / S. SusankaVideo2:09Nachrichten | hallo deutschland:Explosion Görlitz: Metalldiebe im Verdacht
von Thomas BärschVideo1:58Nachrichten | hallo deutschland:Urteil: Rentner mit Wasserwaage erschlagen
von Michael SchürgerVideo2:30Evakuierungen in Murcia:Waldbrand in Spanien breitet sich aus
Video0:18