Hitzewelle geht weiter: Wo der Wetterdienst warnt

Wo in Deutschland warnt der DWD vor Hitze? In unseren Karten können Sie die Wetterwarnungen bei Ihnen vor Ort live verfolgen.
Eine Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Temperaturen von über 40 Grad sind tags möglich, auch nachts kühlt es nicht ab. Der Rekord für die wärmste Nacht wurde eingestellt.
Hochdruck sorgt bundesweit für starken Sonnenschein. Der Deutsche Wetterdienst warnt im Westen vor extremer Hitzebelastung und im Osten vor starker Hitzebelastung.
26.06.2026 | 4:15 min
Wo in Deutschland warnt der DWD vor Hitze? In unseren Karten können Sie die Wetterwarnungen bei Ihnen vor Ort live verfolgen.
Klimaschutz und die Klimaanpassung müssen aus Sicht des Deutschen Städtetages für Städte und Kommunen zur Pflichtaufgabe werden. Dann müsste dafür auch das erforderliche Geld bereitgestellt werden, sagte Vizepräsident Uwe Conradt dem RBB-Inforadio. "Städte tun unheimlich vieles", sagte der CDU-Politiker, der auch Oberbürgermeister in Saarbrücken ist. Bislang erfolge das freiwillig. Angesichts "historisch hoher Haushaltsdefizite" hätten viele Kommunen aber kein Geld für zusätzliche Maßnahmen.
Man erhalte medizinische Versorgung "mit extrem hohem Einsatz" aufrecht, so Dr. Susanne Johna, Marburger Bund-Vorsitzende. Die enorme Hitze gefährde Patienten, da bei hohen Temperaturen "auch Wunden schlechter heilen".
Hochdruck sorgt bundesweit für starken Sonnenschein. Die Werte reichen von 29 bis zu 40 Grad. Der Deutsche Wetterdienst warnt im Westen vor extremer Hitzebelastung und im Osten vor starker Hitzebelastung.
Seit Beginn der aktuellen Hitzewelle sind in Frankreich nach Behördenangaben mindestens 55 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Etwa zwei Drittel der Unfälle ereigneten sich an nicht überwachten oder illegalen Badestellen, wie Sportministerin Marina Ferrari am Freitag erklärte. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Badetoten noch steigt. Seit dem massiven Anstieg der Temperaturen suchen vor allem junge Menschen Abkühlung in Flüssen und Kanälen, in denen das Baden untersagt ist.
ZDF-Meteorologe Özden Terli plädiert für eine deutliche Sprache angesichts der klimatischen Veränderungen. Statt Klimawandel spreche er konsequent von "globaler Erhitzung". "Der Begriff ‚Klimawandel‘ wird der Sache nicht gerecht, die hier passiert. Das ist ein epochaler Umbruch", sagt Terli. "Deshalb trifft dieser vergleichsweise neutral wirkende Begriff nicht die Realität."
Die Werte in der Atmosphäre seien einmalig und gingen auch nicht mehr weg, so Terli. "Erhitzung drückt etwas aus, das schnell passiert. Und genau das sehen wir bei den Temperaturen." In den letzten 20 Jahren habe das Tempo deutlich zugenommen, betont Terli. "Wie wir diese Dringlichkeit angemessen darstellen, ist ein grundsätzliches Problem im Journalismus."
Klimaanlagen in den Zimmern von Patienten sind dem Marburger Bund zufolge in deutschen Krankenhäusern noch längst keine Selbstverständlichkeit. "Die meisten Intensivstationen in Deutschland sind mittlerweile klimatisiert, aber dann hört es auch schon fast auf. Nur ein Drittel der Häuser haben klimatisierte Patientenzimmer", sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, im ZDF-Morgenmagazin. Klare Vorgaben gebe es nur für Operationsbereiche oder die Radiologie, weil die Geräte schlicht die Hitze nicht aushielten.
Der für diesen Samstag geplante Bevölkerungsschutztag mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Freiburg findet wegen der aktuellen Hitze nicht statt. "Aufgrund der zu erwartenden Wetterlage am Samstag in Freiburg, wird der geplante Bevölkerungsschutztag 2026 auf dem Messegelände verschoben.
Ein neuer Termin, voraussichtlich im Herbst, wird noch bekanntgegeben", teilte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit. Hilfsorganisationen und das Technische Hilfswerk wollten in Freiburg Bürger über ihre Arbeit und Krisenvorsorge informieren.
Aus einer aufgeheizten Blechverkleidung hat die Feuerwehr in Stuttgart am Donnerstag vier junge Turmfalken gerettet. Die Jungvögel steckten demnach in einem Wohn- und Geschäftshaus hinter einer gut 65 Grad Celsius heißen Blechverkleidung eines Kamins fest. Ein Jungfalke fiel bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr auf ein Vordach und wurde von dort gerettet. Am frühen Abend wurden die vier jungen Falken der städtischen Tierrettung übergeben.

Quelle: Feuerwehr Stuttgart
Mit Blick auf die Hitzewelle hat der Deutsche Tierschutzbund einen befristeten Stopp von Tiertransporten gefordert. "Wir appellieren an die Bundesregierung und die Bundesländer sowie an die Veterinärämter, Transportunternehmen und Landwirte, bei dieser extremen Hitze Tiertransporte auszusetzen", sagte Präsident Thomas Schröder den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Zumindest sollten die Fahrten auf den späten Abend oder frühen Morgen verlegt werden.
Wegen der hohen Temperaturen im Ruhrgebiet sind das geplante Konzert von Sänger Jan Delay und das Sunset Beach Festival am Halterner Stausee kurzfristig abgesagt worden. Dies teilten die Veranstalter am Donnerstagabend auf Facebook mit. Die Musikveranstaltungen waren für den heutigen Freitag und Samstag geplant. Man habe in den vergangenen Tagen gemeinsam mit Kommunen, Behörden und Sicherheitsorganisationen versucht, Lösungen zu finden, um beide Veranstaltungen trotz der außergewöhnlichen Wetterlage nicht absagen zu müssen, hieß es. Aufgrund der Kürze der Zeit seien jedoch keine ausreichenden Maßnahmen mehr möglich gewesen.
Welche Trinkmengen sind ratsam? Generell sollten über den Tag verteilt etwa zweieinhalb bis drei Liter getrunken werden. Ideal sind Mineralwasser, abgekühlte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Sie enthalten in der Regel genügend Mineralien, um die ausgeschwitzten Salze wieder zu ersetzen.
Worauf ist beim Essen zu achten? Beim Essen gilt es, keine schwere und fette Kost zu sich zu nehmen, sondern besser mehrere kleine und leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse. Auch salzhaltige Kost ist ratsam.
Was verschafft Linderung? Ein feuchtes Tuch im Nacken oder um Arme und Beine kann den Körper kühlen. Auch kühlende Bäder für Arme oder Füße lindern die Hitze. Ein einfacher Handfächer verschafft ebenfalls Abhilfe, es muss nicht immer ein Ventilator sein.
Wann sollte gelüftet werden? An sehr heißen Tagen sollte am besten zwischen dem Abend und den kühleren Morgenstunden bei weit geöffnetem Fenster gelüftet werden - wenn die Luft draußen kühler ist als drinnen. Durchzug hilft. Tagsüber sollten Fenster und Türen verschlossen bleiben.
Was hilft beim Einschlafen? Wer sich wegen der Wärme beim Einschlafen quält, dem empfiehlt sich vor dem Zubettgehen eine kühle, aber nicht zu kalte Dusche. Die Feuchtigkeit sollte nicht ganz abgetrocknet werden, sondern verdunsten - das bringt dem Körper Abkühlung. Außerdem empfiehlt sich leichte, luftige Schlafkleidung aus Naturfasern.

Die Rekord-Hitzewelle in Europa wäre noch vor 50 Jahren praktisch unmöglich gewesen, so eine Schnellanalyse der WWA. Das gilt vor allem für die hohen Temperaturen in der Nacht.
Temperaturen um die 40-Grad-Marke bringen Verkehr und Alltag an ihre Grenzen: Die Deutsche Bahn rechnet mit Einschränkungen. Rettungskräfte erwarten mehr Einsätze.
Zum Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle wird laut Deutschem Wetterdienst in Teilen Deutschlands die 40-Grad-Marke geknackt. Am Freitag sind vom Oberrhein bis ins Rhein-Main-Gebiet Höchstwerte von 41 Grad möglich, am Wochenende können diese Werte auch andernorts erreicht werden. Die bisher höchste gemessene Temperatur an einem Juni-Tag liegt bei 39,6 Grad und wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) registriert.
Viele Städte sind nicht ausreichend auf Hitzeperioden bis zu 40 Grad vorbereitet. Immer noch gibt es zu viele versiegelte Böden, enge Bebauung und zu wenig Grünflächen.
Angesichts der extremen Hitzewelle hat die Pariser Polizeipräfektur vorübergehend ein weitreichendes Alkoholverbot in der französischen Hauptstadt erlassen. Von Freitag bis zum Sonntagmorgen ist der Verkauf von Alkohol verboten und der Konsum von Alkohol im öffentlichen Raum untersagt, wie die Präfektur mitteilte. Von dem Verbot ausgenommen sind allerdings Restaurants und Gaststätten.
Die Kliniken im Großraum Paris seien wegen der Hitzewelle bereits voll ausgelastet und ständig würden neue Patienten eingeliefert, begründete Polizeipräfekt Patrice Faure die Einschränkungen. Es gehe darum, Kliniken und Rettungsdienste von zusätzlichen alkoholbedingten Einsätzen zu entlasten. Für die Kliniken in Frankreich wurde bereits der höchste Krisenmodus ausgerufen.
Die Hitzewelle hat Deutschland mit Temperaturen bis zu 40 Grad tagsüber fest im Griff. Auch nachts kühlt es kaum ab.
Wegen der extremen Hitze wird die Glaskuppel des Reichstagsgebäudes und die Dachterrasse am Wochenende für Besucher gesperrt. Das teilte der Deutsche Bundestag auf seiner Internetseite mit. Zuvor berichtete der "Tagesspiegel".
Aufgrund der Hitzebelastung können Terrasse und Kuppel am Samstag und Sonntag ganztägig nicht besucht werden, wie es hieß. Bereits bestätigte Besuche seien storniert worden. "Generell kann es aus Sicherheitsgründen bei anhaltend hohen Temperaturen zu Sperrungen der Kuppel und in Ausnahmefällen auch der Dachterrasse des Reichstagsgebäudes kommen."
Die Temperaturen erreichen Höchstwerte: Bis zu 40 Grad zeigen die Thermometer an. Nicht nur viele Menschen kämpfen damit, auch die Natur und sogar Straßen geben nach.