"Erschütternd":Post beklagt Rassismus gegen Mitarbeitende
Mitarbeitende der Deutschen Post bekommen viel Aggression ab, vor allem im Straßenverkehr. Laut Vorständin Nikola Hagleitner sind auch rassistische Ausfälle dabei.
Zusteller bei der Deutschen Post brauchen ein dickes Fell (Symbolfoto).
Quelle: ImagoZustellerinnen und Zusteller der Deutschen Post sind laut Vorstandsmitglied Nikola Hagleitner immer wieder Aggressionen ausgesetzt. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte sie:
Ich finde es erschütternd, wenn ich höre, was sich unsere Mitarbeiter teilweise auf der Straße anhören müssen.
Nikola Hagleitner, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Post
Manche Kundinnen und Kunden beschwerten sich auch direkt bei der Post. "Zum Beispiel darüber, dass Zustellerinnen und Zusteller eine andere Hautfarbe haben oder dass sie nicht von Ausländern Briefe ausgehändigt bekommen wollen - und das wird noch deutlich schärfer formuliert", betonte Hagleitner.
So etwas lassen wir nicht stehen und da sind wir in unseren Antworten sehr klar.
Nikola Hagleitner, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Post
Post-Vorständin fordert mehr Wertschätzung für Mitarbeitende
Sie wünsche sich, dass den Mitarbeitenden wieder mehr Wertschätzung entgegengebracht werde, sagte das für den Bereich "Post & Paket Deutschland" zuständige Vorstandsmitglied.
Es ist ein Job, der wichtig ist und der Deutschland am Laufen hält.
Nikola Hagleitner, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Post
Die Deutsche Post beschäftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus rund 180 Ländern. "Bei uns ist jeder willkommen, der unsere Werte teilt", sagte Hagleitner den Funke-Zeitungen.
An 141 Standorten fehlen im ländlichen Raum Postfilialen, wo sie eigentlich wegen der Einwohnerzahl des Ortes Pflicht wären. Ein automatisierter Service soll Abhilfe schaffen.
09.09.2024 | 1:26 minBeleidigungen im Straßenverkehr "eher die Regel"
Grundsätzlich stelle die Post überall zu. "Wenn es irgendwo einmal schwierig ist, suchen wir nach Lösungen, lassen zum Beispiel zu zweit zustellen oder schicken einen Coach mit", betonte sie. Das sei aber nur selten notwendig.
"Im Straßenverkehr sind Beleidigungen schon eher die Regel", sagte Hagleitner. "Hier haben sich unsere Zustellerinnen und Zusteller bereits ein dickes Fell zugelegt, wenn sie zum Ausladen in zweiter Reihe parken müssen und beschimpft werden."
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