Meer in Südaustralien:Schaum tötet Tiere und macht Surfer krank
Surfer klagen über allergische Reaktionen, Meerestiere werden tot an den Strand gespült: In Südaustralien verbreitet meterdicker gelber Meeresschaum Schrecken.
Der gelbe Schaum vor der Küste Südaustraliens gibt Rätsel auf: Tiere sterben, Menschen werden krank.
Quelle: dpaMassenweise gelber Schaum am Strand und zahlreiche tote Meerestiere haben die Behörden im Süden von Australien auf den Plan gerufen.
Atembeschwerden und Juckreiz in den Augen
Surfer und Badegäste, die am Wochenende in der Region im Meer waren, klagten über erkältungs- und allergieähnliche Symptome wie juckende Augen und Atembeschwerden. Zudem wurden zahlreiche verendete Fische, Seepferdchen und Oktopusse angespült, wie der Sender 9News unter Berufung auf Augenzeugen berichtete.
Ein Mann, der Haie fischen wollte, hatte die gestrandeten Wale gegen Mitternacht entdeckt. Jeder Versuch, sie ins Wasser zu bringen, sei vergeblich gewesen.
19.02.2025 | 2:21 minExperten vermuten, dass eine Mikroalgenblüte verantwortlich sein könnte. Damit bezeichnet die Wissenschaft ein explosionsartiges Algenwachstum, das etwa durch Überdüngung aus landwirtschaftlichen Abwässern in Kombination mit hohen Temperaturen und starkem Lichteinfall verursacht werden kann.
Strandsperrungen und Ermittlungen
Bestimmte Algenarten produzieren giftige Verbindungen wie Cyanotoxine, die Hautreizungen, aber auch schwere Organschäden verursachen können. Mikroalgen sind mikroskopisch kleine, meist einzellige Algen.
Das Umweltministerium hat die Strände von Waitpinga und Parsons südlich von Adelaide, der Hauptstadt des Bundesstaates South Australia, vorübergehend gesperrt. Mehrere Behörden, darunter die Umweltschutzbehörde EPA, leiteten Ermittlungen zur Ursache des Phänomens ein. Teams seien vor Ort, um Wasserproben zu entnehmen, hieß es.
Hitzewelle als Ursache für Algenblüte?
Vermutlich hätten stehendes Wasser und eine anhaltende Hitzewelle im Meer die Algenblüte ausgelöst, zitierte 9News einen EPA-Sprecher.
Die Temperaturen liegen derzeit 2,5 Grad über dem Normalwert, wobei schwacher Wind und geringer Wellengang zu den Bedingungen beitragen.
Sprecher der Umweltschutzbehörde EPA
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