Aufräumen: Warum es schwerfällt und wie es besser geht
Quelle: Westend61
Manchmal sind Schränke zu voll.
Schubladen gehen nicht mehr zu.
Dann muss man ausmisten.
Das bedeutet: Dinge wegschmeißen oder weggeben.
Eva Wlodarek ist eine Psychologin.
Sie erklärt, warum es uns schwerfällt, auszumisten.
Sie gibt auch Tipps, wie es besser geht.
Manche Kleidung ist alt oder passt nicht mehr.
Aber es ist trotzdem schwer, sie wegzugeben.
Frau Wlodarek sagt: Unsere Lieblings-Stücke sind meist emotional aufgeladen.
Das heißt: Wir verbinden Gefühle mit diesen Dingen.
Kleidung erinnert uns an schöne Zeiten.
Zum Beispiel, als wir uns frei oder erfolgreich gefühlt haben.
Deshalb ist es wie ein kleiner Abschied, wenn wir Dinge weggeben.
Tipps für den Kleider-Schrank:
- Räumen Sie alles aus: Legen Sie alle Kleider auf einen Haufen.
- Sortieren Sie aus: Kaputte Kleidung kann man wiederverwerten.
- Gute Kleidung kann man spenden.
- Bewahren Sie auf: Falten Sie T-Shirts und Socken klein.
- Stellen Sie sie aufrecht in Schubladen.
- Ordnen Sie: Dinge, die Sie oft brauchen, müssen leicht zu erreichen sein.
- Hängen Sie auf: Gleiche Kleider-Bügel machen den Schrank ruhiger.
Welche Gefühle entstehen, wenn man ausmistet
Wenn man ausmistet, können verschiedene Gefühle entstehen.
Kleidung hängt oft mit unserem Bild von uns selbst zusammen.
Man fragt sich: "Wer war ich früher?" Das kann traurig machen.
Man hat Angst, dass man sich nicht mehr erinnert. Das passiert, wenn man die Dinge weggibt.
Fotos oder Deko-Sachen erinnern uns an Erlebnisse.
Frau Wlodarek sagt: Die Erinnerung ist nicht im Gegenstand.
Gefühle und Erinnerungen bleiben auch ohne das konkrete Objekt bestehen.
Viele Dinge stehen für Beziehungen oder Träume.
Wer ausmistet, beschäftigt sich auch mit diesen Gefühlen.
Was helfen kann, wenn man aufräumt
Man ist nicht direkt faul, wenn man nicht ausmistet.
Man ist einfach überfordert.
Das Gehirn vermeidet große Aufgaben.
Deshalb ist es gut, klein anzufangen.
Nehmen Sie sich nicht die ganze Wohnung vor.
Beginnen Sie mit einem Schrank.
Oder sortieren Sie nur Bücher aus.
Begrenzen Sie die Zeit auf eine halbe Stunde.
Freunde, Familie oder ein Berater können helfen.
Die Hilfe muss aber nett sein und nicht bevormunden.
Wann man psychologische Hilfe braucht:
Manche Menschen sammeln sehr viele Dinge.
- Das nennt man auch Messie-Syndrom.
- Betroffene sammeln viele Dinge, die von außen betrachtet oft wenig Wert haben.
- Hilfe ist gut, wenn die Wohnung nicht mehr nutzbar ist.
- Oder wenn Freunde und Familie darunter leiden.
- Auch wenn man sich schämt oder einsam ist.
- Oder man ist traurig oder hat Angst.
Regeln für Helfer beim Ausmisten
Andere Menschen können beim Ausmisten helfen.
Gemeinsam fällt es leichter, zu entscheiden.
Aber man soll die Dinge nicht schlecht machen.
Sätze wie "Das alte Ding willst du behalten?" können verletzen.
Es gibt auch Streit, wenn der Helfer die Kontrolle übernimmt.
Wenn jemand heimlich Dinge wegschmeißt, zerstört das Vertrauen.
Es ist besser, wenn man selbst entscheidet.
Warum es der Gesundheit hilft, ausmisten
Unordnung verursacht bei uns unbewusst Anspannung.
Frau Wlodarek sagt: Ein aufgeräumtes Umfeld wirkt entlastend.
Das Gehirn muss weniger Dinge verarbeiten.
Man kann sich besser konzentrieren.
Man ist ruhiger und hat mehr Energie.
Wenn man aufräumt, gibt uns das das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben.
Das gibt Sicherheit.
Wenn man fertig ist, fühlt man sich gut.
Es gibt auch praktische Vorteile:
- Weniger Staub
- Weniger Stolper-Gefahr