Was taugen Wetter-Apps?
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Wie zuverlässig sind Wetter-Apps? Ob Hitzewelle oder Dauerregen, der Sommer ist bislang extrem wechselhaft. Hilfe im Wetter-Chaos versprechen zahlreiche Wetter-Apps. Sind sie aber wirklich zuverlässig?
Das Wetter beschäftigt derzeit viele Menschen. Starker Regen, plötzliche Unwetter und Gewitter – es ist oft schwierig, sich auf die aktuelle Wetterlage einzustellen. Mit Wetter-Apps auf dem Smartphone kann man sich auf dem Laufenden halten. Allerdings gibt es Grenzen der Vorhersagbarkeit – für die allgemeine Wettervorhersage, wie auch für die Apps. Nicht immer scheint die Vorhersage korrekt. Dies liegt unter anderem daran, dass einige Wetterlagen besser vorhersagbar sind als andere. „Der Durchzug einer Regenfront kann zum Beispiel viel genauer bestimmt werden als eine Gewitterwetterlage. In diesem Fall ist es unmöglich am Vortag, selbst noch am Morgen des gleichen Tages, genau zu wissen, wann und wo es schauert oder gewittert“, sagt Diplom-Meteorologin Christa Stipp.
Schwächen bei den Wetter-Apps
Das Hauptproblem der Wetter-Apps scheint darin zu liegen, dass sie suggerieren, das Wetter für jeden kleinen Ort zu jeder Stunde vorhersagen zu können. Das geht nicht zu hundert Prozent. Meist berechnen Wetter-Apps das Wetter auf der Grundlage von Beobachtungen an einer Wetterstation in der Nähe. Allerdings besitzt nicht jedes kleine Dorf oder jede Kleinstadt eine Wetterstation in der Nähe. Dies hat zur Folge, dass einige Wetter-Apps den aktuellen Wetterzustand einer zehn Kilometer entfernten Wetterstation anzeigen und es zu falschen Prognosen kommt. Schließlich kann das Wetter auf kürzeste Entfernung unterschiedlich ausfallen. Hinzu kommt, dass in einer App alles automatisiert einläuft und – im Gegensatz zu einer Wetterredaktion – keine Wettermodelle verglichen werden.
Insgesamt lässt sich dennoch sagen, dass die Wettervorhersagen erstaunlich genau sind, „solange man nicht jedes Schauersymbol und jede Uhrzeit für bare Münze nimmt, sondern nur als Orientierung sieht“, betont Christa Stipp.
Computer verarbeiten Millionen Messwerte von Wetterstationen, um den aktuellen Zustand der Atmosphäre zu ermitteln. Bei den riesigen Datenmengen braucht man dafür sogenannte Supercomputer, die oft ganze Räume einnehmen und mehr als eine Billiarde Rechenschritte pro Sekunde ausführen. Sie stehen unter anderem in Deutschland, Großbritannien, Norwegen, Australien, Kanada und den USA. In der großen Liga spielt China, deren Superrechner eine Leistung von 93.000 TeraFlops hat (siehe Foto).
Qual der Wahl: Welche Wetter-App herunterladen
Eine App sollte einen Regenradar beinhalten und damit anzeigen, wo gerade Regen oder Wolken unterwegs sind. In diesem Fall kann der Nutzer selbst abwägen, ob der Regen wirklich auf einen zuzieht oder nicht. Regenwahrscheinlichkeiten von 10 Prozent oder 90 Prozent kann man als guten Anhaltspunkt nehmen, wie sicher eine Prognose ist.
Wetter-Apps werden teilweise mit unterschiedlichen Wetterdaten gefüttert; manche bekommen viermal am Tag aktuelle Daten, anderen nur zweimal am Tag. Meistens kann man davon ausgehen, dass es nur die kostenpflichtigen Apps sind, welche die aufbereiteten und damit frischesten Wetterdaten bekommen.
Regenreiche und wechselhafte Sommer sind in den Breiten Deutschlands durchaus normal. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sind die Monate Juni und Juli in Deutschland die regenreichsten Monate im Durchschnitt. Ein Schlagwort für den Sommer 2017 ist laut Christa Stipp allerdings folgendes: Westwindwetterlagen. Durch diese bekommt Deutschland von Westen vom Atlantik immer wieder Tiefs ab – und das macht den ganzen Sommer eher wechselhaft.
In nächster Zeit sieht es auch nicht danach aus, dass sich etwas an der aktuellen Wetterlage ändert. Sommerliche Tage, die kommen, muss man genießen – diese werden nicht so häufig sein,wie das bei einer Ostlage, bei einem Hoch über Russland der Fall wäre.
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