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Ermittler präsentieren Details:Ehefrau starb wohl eine Woche vor Gene Hackman
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Schauspiellegende Gene Hackman starb den Ermittlern zufolge offenbar Tage nach seiner Ehefrau Betsy Arakawa. Seit mehr als einer Woche laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.
Jahrzehntelang gehörte er zu den Topstars in Hollywood. Vergangene Woche wurden US-Schauspieler Gene Hackman und seine Frau tot in ihrem Haus in Santa Fe aufgefunden. Die genauen Umstände sind noch nicht vollständig geklärt. Heute haben Ermittler neue Details bekannt gegeben.
Der Oscar-Preisträger ist wahrscheinlich eines natürlichen Todes gestorben, sagt die leitende Gerichtsmedizinerin Dr. Heather Jarrell am Freitag auf einer Pressekonferenz. Der 95-Jährige hatte Bluthochdruck und eine atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankung, so Jarrell.
Ehefrau starb wahrscheinlich vor Hackman
Zudem wurde die Todesursache von Betsy Arakawa, der Ehefrau von Gene Hackman, bekannt. Laut der leitenden Gerichtsmedizinerin starb sie an einem Hantavirus-Lungensyndrom - einer schweren Atemwegserkrankung, die durch das Hantavirus verursacht wird.
Arakawa, deren Leichnam auf dem Boden eines Badezimmers im Haus des Paares entdeckt wurde, starb vermutlich vor ihrem Ehemann, wie Jarrell weiter erläuterte. Zum letzten Mal wurde sie am 11. Februar lebend auf Überwachungskameras erfasst. "Sie ging umher, erledigte Einkäufe und besuchte Geschäfte", sagte Sheriff Mendoza über die Aufzeichnungen der Kameras.
Meine Ermittler haben keine Anzeichen dafür gefunden, dass sie Probleme hatte oder dass sie Schwierigkeiten hatte, sich fortzubewegen.
Dr. Heather Jarrell, leitende Gerichtsmedizinerin
Gene Hackman starb wahrscheinlich am 18. Februar, als sein Herzschrittmacher das letzte Mal seinen Herzschlag aufzeichnete, so Jarrell weiter.
Ermittlerin: Hackman zeigte Anzeichen von Alzheimer
Die leitende Ermittlerin Jarrell erklärte zudem, dass es möglich sei, dass Schauspieler Gene Hackman nicht wusste, dass seine Frau bereits einige Tage zuvor gestorben war. Hackman habe Anzeichen einer fortgeschrittenen Alzheimer-Krankheit gezeigt, so die Ermittlerin.
Ein Sprecher der Familie Hackman hatte zuvor jedoch gegenüber CNN erklärt, dass Berichte über Alzheimer "völlig unwahr" seien. Auf die Frage, ob Hackman in der Lage gewesen wäre, nach dem Tod seiner Frau Betsy Arakawa allein zu leben, antwortete Jarrell: "Ich weiß nicht, welche alltäglichen Aufgaben er noch bewältigen konnte. Er befand sich in einem sehr schlechten Gesundheitszustand. Er litt an einer schweren Herzerkrankung, die vermutlich letztlich zu seinem Tod führte."
Jarrell betonte, dass keine Anzeichen von Dehydrierung bei Hackman festgestellt wurden, jedoch fand man auch keine Nahrung in seinem Magen, was darauf hindeutet, dass er in den letzten Tagen nichts gegessen hatte.
Hund könnte verhungert sein
Es wird vermutet, dass der verstorbene Hund, der letzte Woche in einer Kiste im Badezimmer von Hackman und Arakawa gefunden wurde, möglicherweise verhungert ist. Die Behörden sind sich jedoch noch nicht sicher.
"Ich denke nicht, dass wir bereits eine endgültige Antwort auf diese Frage haben", sagte Dr. Erin Phipps, Veterinärin des Bundesstaates New Mexico, auf die Frage nach einer möglichen Hungerursache für den Tod des Hundes. "Angesichts der vorliegenden Zeitspanne ist das jedoch eine Möglichkeit."
Auf eine weitere Nachfrage erklärte sie, dass Hunde sich nicht mit dem Hantavirus-Lungensyndrom anstecken können - der Krankheit, die laut der leitenden Gerichtsmedizinerin von New Mexico zum Tod von Betsy Arakawa geführt hatte. Das Hantavirus ist eine seltene, aber potenziell tödliche Krankheit, die über Exkremente von Nagetieren verbreitet wird.
Hackman war zweifacher Oscar-Gewinner
Hackman galt als einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation. Der zweifache Oscar-Gewinner erlangte weltweite Bekanntheit durch Filme wie "Brennpunkt Brooklyn" (1971), "Der Dialog" (1974) und "Erbarmungslos" (1992).
Zu Beginn der 2000er Jahre zog er sich jedoch aus dem Hollywood-Rampenlicht zurück.
Katharina Schuster ist Reporterin im ZDF-Studio in Washington D.C.
Quelle: dpa
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